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Buchvorstellung Josef Gräbener

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Buchvorstellung:

Josef Gräbener, „Zwischen Sennebach und Wapelbach – Neuenkirchen. Mehr als 900 Jahre dörfliches Leben“

Bericht „Die Glocke“ vom 27.10.2016

Dörfliches Leben auf 270 Seiten liebevoll erfasst

Rietberg-Neuenkirchen (bv) – Als Josef Gräbener 2014 zum ersten Mal im Rietberger Stadtarchiv erschien, um für sein neuestes Werk zu recherchieren, lag bereits eine lange Forschungszeit hinter ihm. „Von da an kam er regelmäßig – an insgesamt 69 Tagen“, blickt Stadtarchivar Manfred Beine zurück.

Umfangreiches Werk: (v. l.) Josef Gräbener, Josef Wortmeier, Christel Becker und Manfred Beine präsentieren mit dem Buch „Zwischen Sennebach und Wapelbach – Neuenkirchen. Mehr als 900 Jahre dörfliches Leben“ die Nummer fünf der Schriftenreihe des Heimatvereins Neuenkirchen. (Bild: Vredenburg)

Die Früchte der intensiven Arbeit Gräbeners haben jüngst im Mittelpunkt einer kleinen Feierstunde im Heimatforum gestanden. Mit seinem neuesten Werk „Zwischen Sennebach und Wapelbach – Neuenkirchen. Mehr als 900 Jahre dörfliches Leben“ hat der aus dem Siegerland stammende Oberstudienrat im Ruhestand seiner Wahlheimat ein ebenso umfassend informatives wie liebevolles Porträt gewidmet. „Wir sind stolz, hiermit das fünfte Buch des Heimatvereins Neuenkirchen veröffentlichen zu können“, freut sich Vorsitzende Christel Becker. Bereits 1998 hatte Gräbener, der seit 1972 im Wapeldorf lebt und zu den Gründungsmitgliedern des Heimatvereins zählt, in Zusammenarbeit mit Martin Hamschmidt das Buch „Zwischen Not und Hoffnung“, eine Dokumentation über das Ende des Zweiten Weltkriegs in Neuenkirchen, veröffentlicht. 2003 ist sein Buch „Helfen und Heilen“, eine Dokumentation über das Gesundheitswesen in Neuenkirchen, erschienen.

„Die mit großer Souveränität und bestechender Detailfülle verwirklichte Neuerscheinung kann man wohl schon jetzt als das Hauptwerk Gräbeners betrachten“, sagte Manfred Beine in seiner Laudatio. Durch seine Werke, darunter auch eine Schrift zum hundertjährigen Bestehen der Kolpingsfamilie, sowie seine Beteiligung an der Herausgabe des „Max und Moritz“-Bändchens von Heinrich Ridder als auch der Ridder’schen „Housapotheike“, habe Gräbener sich für Neuenkirchen zu dem entwickelt, was Alwin Hamschmidt für die Stadt Rietberg geworden sei, nämlich ihr heute wichtigster Chronist undAutor.

Auf 270 Seiten berichtet Gräbener von nahezu einem ganzen Jahrtausend dörflichen Lebens. Die acht Hauptkapitel hat er mit mehr als 200 teilweise farbigen Abbildungen und Fotos illustriert. Viele davon werden erstmals veröffentlicht. Das Buch beginnt mit der Gründung des Kirchspiels Neuenkirchen und mit der Baugeschichte der Kirche St. Margareta. Gräbeners Nachforschungen nach wurde der Kirchturm aus dem Baumaterial des 1803 abgebrochenen Schosses in Rietberg errichtet. Chronologisch greift er die gräfliche Zeit, die preußische Monarchie sowie die Weltkriegsjahre auf. Beine: „Sehr kenntnisreich und anschaulich erzählt der Autor schließlich vom Wiederaufbau und wirtschaftlichen Aufschwung nach 1945“. Und gerade da werde deutlich, dass Gräbener mit einer Reihe von Zeitzeugen – oft auch Leihgeber der historischen Fotos – gesprochen habe, um die besondere Atmosphäre des dörflichen Lebens in Vergangenheit und Gegenwart einzufangen. Beine ist davon überzeugt, „dass dieses Buch in Neuenkirchen nachhaltig zur Identitätsstiftung und Selbstvergewisserung beitragen wird“. Neuenkirchen, im Jahr 1185 erstmals als „Niggenkerken“ genannt und somit eines der ältesten Kirchdörfer im Kreis Gütersloh, habe einen so verständnisvollen, wohlwollenden und sorgfältigen Erinnerer, Zuhörer, Sammler und Chronisten verdient.

Auf „so viel Lob aus so berufenem Munde“ reagierte Gräbener beinahe verlegen. Das Buch habe in der Tat große Mühe gekostet, „und da ist eine solche Würdigung Balsam für die Seele“. Das Lob reichte er bescheiden an Manfred Beine, Peter Wiethoff, Heiner Schoppengerd und seinen Sohn Raphael weiter, „ohne die aus dem Projekt wohl nichts geworden wäre“.